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Tagung der Arbeitsschutz-Allianz Sachsen

Tischlerin mit Gehörschutz und Schutzbrille arbeitet mit Holz an einer Werkbank © Foto: istockphoto-Miriam Doerr

Am 6. Juni 2023 tagte die Arbeitsschutz-Allianz Sachsen in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dresden. Auf dem Programm standen aktuelle Themen, die sowohl die Unternehmen als auch die Arbeitsschutzverwaltung beschäftigen und den Wandel in der Arbeitswelt widerspiegeln.

Matthias Klemm, DGB gab eine erste Einschätzung zum Zusammengehen von Arbeitsschutz-Allianz und Fachkräfteallianz. Gute Arbeitsbedingungen und die erfolgreiche Gewinnung von Fachkräften seien „zwei Gläser einer Brille“, müssen demnach zusammen betrachtet werden. Wie wichtig dieser Aspekt ist, machte M. Klemm am DGB-Index „Gute Arbeit in Sachsen“, einer repräsentativen Erhebung zur Qualität der Arbeitsbedingungen, deutlich. Die Ergebnisse zeigten, dass viele Beschäftigte ihre Arbeitsbedingungen, zum Beispiel die körperlichen Anforderungen und die Arbeitsintensität, negativ einschätzen. Der Faktor „Stress“ gefährde zunehmend die Gesundheit der Beschäftigten. Deshalb müssten die Gefährdungsbeurteilung und entsprechende Schutzmaßnahmen in den Unternehmen stärker beachtet werden.

Krebserzeugende Gefahrstoffe führen unter Beschäftigten in der EU zu einer hohen Zahl an tödlich verlaufenden Krebserkrankungen. In Deutschland ist es die arbeitsbedingte Todesursache Nummer 1. Deshalb ist der sichere Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen am Arbeitsplatz eines der Arbeitsprogramme der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie. Dr. Michael Au, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, stellte Zielstellung und Struktur des Arbeitsprogramms näher vor. Im sich anschließenden Austausch wurde die Thematik weiter erörtert. Nico Deutschmann, HVP Plus GmbH, informierte am Beispiel des Umgangs mit Hartholzstaub bei der Holzbearbeitung in seiner Tischlerei. Thomas Tetzner, LDS, Abteilung Arbeitsschutz und Andreas Brendel, Berufsgenossenschaft Holz und Metall berichteten über ihre Erfahrungen im Rahmen der Betriebsbesichtigungen. Sehr häufig fehlten in den Unternehmen das Expositions- und/oder das Gefahrstoffverzeichnis. Auch bei den notwendigen Maßnahmenplänen gäbe es deutlichen Nachholbedarf.

Einen Einblick in das kreative Tischlerhandwerk gewährte Nico Deutschmann, HVP Plus GmbH Wilsdruff. Neben sicherheitstechnischen Voraussetzungen seien auch eine gute Arbeitsorganisation und ein wertschätzendes Arbeitsklima die Grundlage für motivierte Mitarbeitende und zufriedene Kunden. Eine offene Kommunikation, hohe Eigenverantwortung, eine Fehlerkultur ohne Angst und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehörten dazu. Rosa Laußer, Auszubildende im Unternehmen, bestätigte dies gern. Dass jährlich rund 50 bis 70 Bewerbungen in der Tischlerei eingehen, habe unter anderem mit dem guten Arbeitsklima zu tun. Das Team mit 22 Mitarbeitenden, darunter 5 Auszubildende, müsse um den fachlichen Nachwuchs nicht fürchten.

„Klimawandel- Ein Thema für den Arbeitsschutz?“ lautete eine der Fragen. Dr. Stefan Voß und Dr. Kersten Bux, BAuA, stellten den aktuellen Stand zu Risikofaktoren, Rechtslage und den beteiligten Akteuren umfassend dar. Die globale Erwärmung und insbesondere die Emission von Treibhausgasen haben unter anderem Einfluss auf die Arbeitsbedingungen, das körperliche Befinden bei der Arbeit und die Gesundheit der Beschäftigten. Arbeitsschutzregelungen mit Bezug zum Klimawandel sind bereits vorhanden. Eine neue Arbeitsstättenregel für Arbeitsplätze im Freien wird derzeit erarbeitet und greift aktuelle Erkenntnisse auf. Zudem legte die BAuA 2022 eine Studie „Klimawandel und Arbeitsschutz“ vor, die den derzeitigen Wissensstand bündelt.

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