Allianztagung 2025
Arbeiten. Gern, aber sicher!
Am 22. September 2025 kam die Arbeitsschutz-Allianz Sachsen im Institut für Arbeit und Gesundheit der DGUV zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Unter der Überschrift »Arbeiten. Gern, aber sicher!« diskutierten die Teilnehmenden, auf welche Weise Arbeitsschutz Unternehmenswert und zugleich Fachkräftemagnet sein kann.
Dr. Nils Geißler, Leiter der Abteilung Arbeit und Fachkräfte im SMWA, eröffnete die Tagung. Er verwies darauf, dass sich alle Bereiche in Gesellschaft und Wirtschaft stark veränderten. Gute Arbeitsbedingungen trügen dazu bei, dass die Beschäftigten ihre Aufgaben motivierter und ohne gesundheitliche Blessuren erfüllen können. Es sei deshalb gut, dass sich eine Allianz gebildet hat, die die Themen Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung immer wieder auf die Agenda setze.
»Unser Pflegedienst ist so gesund wie seine Mitarbeiter«, das ist das Motto der Mobilen Haus-Krankenpflege Kröber GmbH Zittau und Hainewalde. In überzeugender Weise schilderten Birgit Kröber, Geschäftsführerin und Claudia Hesse, Sicherheitsfachkraft im Unternehmen, wie es gelingen kann, diesen Anspruch umzusetzen. Mit einer guten Arbeitsorganisation, Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, Weiterbildungen, der Zusammenarbeit mit Partnern und einem kollegialen Miteinander im Team stellt sich die Haus-Krankenpflege den hohen Arbeitsanforderungen und Fachkräfteengpässen erfolgreich entgegen. Das Unternehmen wurde für sein Engagement mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis 2025 in der Kategorie »Kulturell« ausgezeichnet.
Die Arbeitswelt ist in stetigem Wandel und in vielen Branchen steigen Zeit- und Leistungsdruck an. Dabei unterliegt die Gesundheitsbranche über alle Vergleichsindikatoren hinweg besonders hohen Anforderungen. JProf. Dr. Lena Hünefeld und ihr Team beschäftigen sich an der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit diesen Fragen. In Ihrem Vortrag »Hohe Arbeitsintensität managen – Wie kann es gehen?« erläuterte sie, wie Arbeitsintensität, Gesundheit und Risiken zusammenhängen und zeigte Lösungsansätze auf.
Der sich anschließende Austausch mit Claudia Hesse und Lena Hünefeld vertiefte das Gesagte noch einmal: so seien eine zielorientierte Leitungsstrategie, die auf eine menschengerechte Arbeitsgestaltung und geeignete Maßnahmen in Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung achte sowie ein gutes Arbeitsklima im Team der Schlüssel zu Gesundheit und betrieblichem Erfolg.
Staatssekretär Thomas Kralinski, SMWA, eröffnete den zweiten Teil der Tagung. Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt seien eine sehr gute Organisation der menschlichen Zusammenarbeit und die Anwendung systemübergreifender Regeln und Gesetze wesentliche Unternehmenswerte. Sie trügen dazu bei, eine gute Arbeitskultur und eine Verringerung von Gefährdungen zu erreichen. Dies wiederum wirke sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus. Denn die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von Arbeitsunfähigkeit der Beschäftigten bewegten sich seit Jahren auf hohem Niveau.
Sind sichere und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen ein unterschätztes Erfolgskriterium im betrieblichen Alltag? Dieser Frage gingen Matthias Krengel, VSW e. V., Daniela Kolbe, DGB und Prof. Dr. Marco Einhaus, DGUV jeweils aus ihrer Sicht und im Austausch mit Staatssekretär Kralinski nach. Wenn auch unterschiedliche Ansätze sichtbar wurden, waren sich die Diskutanten darin einig, das sichere Arbeitsbedingungen die Gesundheit der Beschäftigten schützt und Basis erfolgreicher Arbeit sind.
Die Tagung wurde durch Sabine Majehrke, SMWA und Winfried Weller, LDS moderiert.
- Veranstaltungsprogramm (*.pdf, 1,34 MB)
- Hohe Arbeitsintensität managen - Wie kann es gehen? (*.pdf, 1,64 MB) JProf. Dr. Lena Hünefeld