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Strahlenschutz

Arbeitsschutz und Strahlung

Strahlung ist die räumliche Ausbreitung von Energie. Nach ihrer biologischen Wirkung wird unterschieden zwischen

 

Ionisierende Strahlung

Nicht-ionisierende Strahlung

Strahlung

kurzwellige elektromagnetische Strahlung, wie bspw. Röntgen-, Alpha-, Beta-, Gammastrahlung

 

besitzt ausreichend Energie, um Atome/Moleküle zu ionisieren

UV-Strahlung, Infrarot, Laser, sichtbares Licht, Sonnenlicht

 

 

 

Erzeugung von Hitze oder Licht

Wirkung

in Abhängigkeit von Strahlendosis und Einwirkdauer, akute Strahlungsschäden wie Hautverbrennungen, Organschäden, Strahlenerkrankung, Karzinome, Leukämie und genetische Schäden

in Abhängigkeit von Expositionsdauer, Wellenlänge und Betriebsart der Strahlungsquelle, Schädigungen an Haut und Augen

 

Dabei kann diese Energie sowohl als natürliche Strahlung vorhanden sein, als auch ‚künstlich‘ produziert werden, wie durch medizinische Geräte oder industrielle Anlagen, z. B. Kraftwerke. Für die Arbeitsumgebung an strahlungsexponierten Arbeitsplätzen und den beruflich veranlassten Umgang mit Strahlenquellen gelten deshalb besondere Arbeitsschutzbedingungen.

 

Arbeitsplatz mit Strahlenexposition

Arbeitsplätze, bei denen Beschäftigte ionisierender und nicht ionisierender Strahlung ausgesetzt sind – um nur einige zu nennen -, gibt es beispielsweise in:

  • Forschung und Medizin
  • Kraftwerken
  • Bergwerken
  • bei der Trinkwassergewinnung
  • beim Fliegen
  • in der Metallherstellung und –bearbeitung
  • auf dem Bau
  • bei der Feuerwehr
  • im grafischen Gewerbe

Grundsätzlich gilt für Arbeitsplätze mit Strahlenexposition, dass die Anwendung von Strahlung gerechtfertigt sein muss, die Dosis möglichst gering zu halten und unnötige Exposition zu vermeiden ist.

Gefährdungsbeurteilung Strahlenschutz

Alle Betreiber strahlungsexponierter Arbeitsplätze müssen, unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten, eine Gefährdungsbeurteilung einschließlich einer Dokumentation und deren Fortschreibung durchführen. Die Dokumentation muss Angaben dazu enthalten, welche Gefährdungen am Arbeitsplatz auftreten können, die Art der Schutzmaßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung.

Die Schutzmaßnahmen werden unterschieden in technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. An oberster Stelle stehen Maßnahmen zur Vermeidung, gefolgt von Maßnahmen zur Minimierung, wie z.B. organisatorische und räumliche Abgrenzung, bauliche Abschirmung der Gefährdungsbereiche, Unterweisung der Beschäftigten und persönliche Schutzausrüstung (PSA).

 

 

Strahlenschutz bei ionisierender Strahlung

Seit dem 31. Dezember 2018 gelten das Gesetz zum Schutz vor den schädlichen Wirkungen ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz – StrlSchG) und die Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzverordnung- StrlSchV). Die Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen - Röntgenverordnung (RöV), die den Betrieb von Röntgeneinrichtungen beispielsweise im Bereich der Heilkunde, Zahnheilkunde und Tierheilkunde sowie in technischen Bereichen regelte, ist außer Kraft getreten. 

 

Die Umsetzung strahlenschutzrechtlicher Vorschriften im Bereich der Anwendung der Röntgenstrahler und Störstrahler im Sinne des § 5 Abs. 30, 31 und 37 Strahlenschutzgesetz wird in Sachsen durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (Referat 25 „Gesundheit und Sicherheit in der Arbeitswelt“) und die Landesdirektion Sachsen (Referate 53 „Medizinproduktesicherheit, Strahlenschutz, Ergonomie“) vollzogen. Die Zuständigkeiten für bestimmte Fachaufgaben sind in der Sächsischen Atom- und Strahlenschutzausführungsverordnung vom 8. Oktober 2019 aufgeführt.

 

 

Weiterführende Informationen zum Strahlenschutz in Sachsen finden Sie hier.

Erwerb und Aktualisierung der Fachkunde und der Kenntnisse im Strahlenschutz

Zum Schutz von Patienten, Anwendern und Dritten müssen Personen, die Röntgenstrahlung anwenden, die erforderliche Fachkunde bzw. die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz nachweisen. Bescheinigungen der Fachkunde bzw. der Kenntnisse im Strahlenschutz erteilen die zuständigen Stellen in Sachsen für Beschäftigte in Sachsen; die Bescheinigungen gelten bundesweit.

Die Bescheinigung der Fachkunde bzw. der Kenntnisse stellen im Freistaat Sachsen für

  • Ärzte
    Sächsische Landesärztekammer, Schützenhöhe 16, 01099 Dresden
    Tel.: 0351 8267-0
  • Zahnärzte / in der Zahnmedizin tätige Personen
    Landeszahnärztekammer Sachsen, Schützenhöhe 11, 01099 Dresden
    Tel: 0351 8066 240
  • Tierärzte
    Sächsische Landestierärztekammer, Schützenhöhe 16, 01099 Dresden
    Tel.: 0351 8267-200
  • alle übrigen Fällen
    Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Referat 25
    Wilhelm-Buck-Straße 2, 01097 Dresden
    Tel: 0351 564 82513

aus.

Für die Beantragung der Bescheinigung der im Strahlenschutz erforderlichen Fachkunde werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Abschlusszeugnis der Berufsausbildung,
  • formloses Zeugnis über den Erwerb der Sachkunde mit Angabe der Tätigkeiten nach Art und Dauer auf den einzelnen Gebieten der Anwendung sowie Angaben, wie der Erwerb der erforderlichen Sachkunde zeitlich und materiell sichergestellt war,
  • Bescheinigung der erfolgreichen Teilnahme an einem entsprechenden Strahlenschutzkurs.

Die Fachkunde bzw. die Kenntnisse im Strahlenschutz sind regelmäßig aller 5 Jahre durch eine erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs oder einer anderen von der zuständigen Stelle als geeignet anerkannten Fortbildungsmaßnahme zu aktualisieren. Der zuständigen Behörde sind diese Teilnahmebescheinigungen zusammen mit der Bescheinigung der Fachkunde bzw. der Kenntnisse auf Anforderung vorzulegen.

    Kurse im Strahlenschutz

    Zum Schutz von Patienten, Anwendern und Dritten müsen Personen, die Röntgenstrahlung anwenden, die erforderliche Fachkunde bzw. die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz nachweisen. Bestandteil diese Nachweises ist die Teilnahme an behördlich anerkannten Kursen im Strahlenschutz.

    Folgende Kursanbieter bieten Kurse in Sachsen an:

    Kurse nach Fachkunde Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung

    Kurse nach Fachkunde Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin

    Kurse nach Fachkunde Richtlinie Strahlenschutz in der Tierheilkunde 

     Zum Erwerb der Fachkunde bzw. zur Aktualisierung können anerkannte Kurse auch außerhalb Sachsens besucht werden. Eine Liste der von den Ländern anerkannten Kursveranstalter veröffentlicht das Bundesamt für Strahlenschutz auf der Seite "Nationale Aus- und Weiterbildung im Strahlenschutz - Fachkunde nach StrlSchV und RöV"

    Hinweise für Kursveranstalter

    Die zuständige Stelle für die Anerkennung von Kursen im Strahlenschutz nach den o.g. Richtlinien ist:

     

    Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

    Referat 25

    Wilhelm-Buck-Straße 2, 01097 Dresden

    Maria Janutta

    Maria.Janutta@smwa.sachsen.de

     

    Einen Kriterienkatalog (Mindeststandard) der Anforderungen an die Antragsunterlagen für eine Kursanerkennung und zugehörige »Bearbeitungshilfen« zur Ausgestaltung der Kriterien finden sie in der Anlage 1 des Schreibens des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 20.10.2009 (AZ.: RS II 3-15040/3): 

    Bestimmung von Sachverständigen

    Die zuständige Stelle zur Bestimmung von Sachverständigen zur Prüfung von Röntgen- und Störstrahlern ist:

    Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

    Referat 25

    Wilhelm-Buck-Straße 2, 01097 Dresden

    Maria Janutta

    Maria.Janutta@smwa.sachsen.de

     

    Informationen zum Antrag und Formulare finden Sie hier.

    Eine Liste der in Sachsen tätigen Sachverständigen.

      Ermächtigte Ärzte nach Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) in Sachsen

      Strahlenschutz bei nicht-ionisierender Strahlung

      Im Jahr 2009 trat das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen in Kraft (NiSG) in Kraft.

      Das Gesetz regelt den Schutz und die Vorsorge im Hinblick auf schädliche Wirkungen nichtionisierender Strahlung, die durch die Anwendung am Menschen verursacht werden können. Normadressat ist hier nicht der Arbeitgeber, sondern der Betreiber der Anlage. Bei den Überwachungstätigkeiten werden Anlagen und deren Betrieb auf Einhaltung der Rechtsvorschriften hin überprüft.

       

      Als erste Verordnung zum NiSG wurde 2012 die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UV-Schutzverordnung (UVSV)) erlassen. Die UVSV gilt für den Betrieb von UV-Bestrahlungsgeräten, die zu kosmetischen Zwecken oder für sonstige Anwendungen am Menschen außerhalb der Heil- oder Zahnheilkunde gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen eingesetzt werden. Dem Betreiber der Anlage obliegt der Nachweis, dass er die Anforderungen der UVSV erfüllt.

       

      Am 31. Dezember 2018 trat die Verordnung zur weiteren Modernisierung des Strahlenschutzrechts in Kraft. In Artikel 4 (Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV)) werden Anforderungen an den sicheren Betrieb sowie an erforderliche fachliche Kenntnisse der Personen, die nichtionisierende Strahlungsquellen an Menschen bei kosmetischen und sonstigen nichtmedizinischen Anwendungen einsetzen, geregelt. Hierzu zählen Anwendungen von Lasern, intensivem Licht, Ultraschall und elektromagnetischen Feldern. Sie werden in der Kosmetik zum Beispiel zur dauerhaften Haarentfernung, Faltenglättung, Zerstörung von Fettgewebe oder zur Entfernung von Tätowierungen eingesetzt.

       

      Die Fachkunde-Richtlinie NiSV, die die Anforderungen an den Erwerb der notwendigen Fachkunde für die Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen festlegt, wurde am 25. März 2020 veröffentlicht.

       

      Im Folgenden sind die in Sachsen derzeit zuständigen Behörden aufgeführt.

       

      Zuständiges Ministerium

      Vollzugsbehörde

       

      § 4 NiSG (Solariennutzungsverbot für Minderjährige)

      Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
      Albertstraße 10
      01097 Dresden
      E-Mail: poststelle@sms.sachsen.de

       

       

      Ortspolizeibehörden (Landkreise und kreisfreie Städte)

       

      UVSV, NiSV

      Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

      Wilhelm-Buck-Str. 2

      01097 Dresden

      E-Mail: poststelle@smwa.sachsen.de

       

       

       

      Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

      Wilhelm-Buck-Str. 2

      01097 Dresden

      E-Mail: poststelle@smwa.sachsen.de

       

      Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

       

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      Hinweis

      In allen Fragen zum Arbeitsschutz erteilt die Landesdirektion Sachsen Abteilung Arbeitsschutz gern Auskunft.

      Vorgehensweise zur Anzeige von Verstößen gegen den Arbeitsschutz durch Arbeitgeber

      Datenbank KomNet: Fragen stellen – Antworten finden

      Wissensdatenbank KomNet

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