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Arbeitsschutz auf Baustellen

Anwendbares Recht

Arbeiter auf einer Baustelle

(© SMWA)

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen sind Beschäftigte im Baugewerbe hohen Unfall- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Über die Hälfte aller schweren Arbeitsunfälle ereignen sich auf Baustellen. Die Gefahrensituationen ergeben sich aus ständig wechselnden Verhältnissen der technologischen Abläufe, den Witterungseinflüssen, dem Termindruck und auch daraus, dass die Arbeiten von Beschäftigten verschiedener Arbeitgeber ausgeführt werden. Dies stellt hohe Anforderungen an die Koordination und Abstimmung bezüglich der zu planenden Schutzmaßnahmen.

Neben dem Arbeitsschutzgesetz und sonstigen Rechtsvorschriften sind von Arbeitgebern und Beschäftigten bei Bautätigkeiten insbesondere die Baustellenverordnung (BaustellV) und die Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB) zu beachten.

Um Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen zu verbessern, führt die Gewerbeaufsicht Sachsens jährlich in Schwerpunktaktionen gezielte Kontrollen durch.

Stichwort „Staub“ aufnehmen:

Beim Bauen entsteht wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen Staub. Beschäftigte auf Baustellen sind häufig dauerhaft mit Staub belastet, dass kann schwere gesundheitliche Folgen haben.  Im Oktober 2016 haben sich zahlreiche Verbände der Bau- und Ausbaugewerke gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie weiteren Institutionen und Organisationen auf gemeinsame Aktivitäten zur Staubminimierung beim Bauen verständigt und zum Aktionsprogramm „Staubminimierung beim Bauen“ zusammengeschlossen. Ziel der Aktivitäten ist es, den Betrieben viele Informationen und Handlungshilfen zu geben, so dass diese auch bei staubigen Tätigkeiten sicher arbeiten, die staubarmen Techniken kennen und fachkundig einsetzen können.

- BMAS - Staub war gestern - Echte Profis arbeiten staubarm.

Neue technische Regeln für zeitweilige Arbeiten an hochgelegenen Arbeitsplätzen

Das Regelwerk TRBS 2121 »Gefährdung von Personen durch Absturz - allgemeine Anforderungen«, wurde jetzt ergänzt durch:

  • TRBS 2121 Teil 1 »Gefährdung von Personen durch Absturz - Bereitstellung und Benutzung von Gerüsten«

  • und Teil 3 »Gefährdung von Personen durch Absturz - Gefährdung und Benutzung von Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen«. ...

Die Arbeitsschutzanforderungen für die Benutzung von Arbeitsmitteln sind in der Betriebssicherheitsverordnung verankert. Mit der Betriebssicherheitsverordnung besteht ein umfassendes Schutzkonzept, das auf alle von Arbeitsmitteln ausgehende Gefährdungen anwendbar ist. Die Betriebssicherheitsverordnung regelt in Anhang 2 Abschnitt 5 Mindestanforderungen für die Benutzung von Arbeitsmitteln, die für zeitweilige Arbeiten an hochgelegenen Arbeitsplätzen bereitgestellt werden. Dazu zählen besondere Vorschriften für die Benutzung von Gerüsten, Leitern und für Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen. Die Konkretisierung hinsichtlich der Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen für Arbeitnehmer und die Ableitung von geeigneten Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten für die Benutzung der vorgenannten Arbeitsmittel bzw. von Arbeitsverfahren erfolgt in einschlägigen Technischen Regeln.

Die technischen Regeln zum Thema »Absturz« sind gefährdungsbezogene Regeln und in der sogenannten 2000er Reihe veröffentlicht. Zu dem Gefährdungsmerkmal »Absturz« wurde bisher die TRBS 2121 »Gefährdung von Personen durch Absturz - allgemeine Anforderungen« veröffentlicht (GMBl Nr. 15 vom 23. März 2007 S. 326). Das Regelwerk wurde jetzt ergänzt. Es wurden die vom Ausschuss für Betriebssicherheit beschlossenen Regelungen zur Thematik Bereitstellung und Benutzung von Gerüsten (TRBS 2121 Teil 1 »Gefährdung von Personen durch Absturz .- Bereitstellung und Benutzung von Gerüsten« /GMBl Nr. 40 vom 21. September 2009 S. 845) und zur Gefährdung und Benutzung von Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen (TRBS 2121 Teil 3 »Gefährdung von Personen durch Absturz - Gefährdung und Benutzung von Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen« (GMBl Nr. 40 vom 21. September 2009 S. 851) veröffentlicht.