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GDA Psyche

Arbeitsprogramm Psyche: Stress reduzieren - Potenziale entwickeln

Illustration: Mensch mit psychischen Belastungen (© Birte Cordes/GDA Psyche)

(© Illustration: Birte Cordes/GDA Psyche - "Mensch mit psychischen Belastungen")

Das Arbeitsprogramm Psyche wurde entwickelt, um Unternehmen bei der menschengerechten Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Auf der Grundlage des Arbeitsprogramms sollen arbeitsbedingte psychische Belastungen frühzeitig erkannt und im Hinblick auf Gesundheitsgefährdungen beurteilt werden. Um diese psychischen Gefährdungen zu mindern, werden präventive, arbeitsorganisatorische sowie gesundheits- und kompetenzfördernde Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Ziel ist es, den Anteil der psychischen Erkrankungen an den gesamten Arbeitsunfähigkeitstagen zu minimieren. Untersuchungen von krankheitsbedingten Fehlzeiten zeigen, dass etwas mehr als zehn Prozent von Erkrankungen der Psyche verursacht sind. Psychische Störungen führen zu den längsten Ausfallzeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, durchschnittlich 27,5 Tage im Jahr 2014. Ausgehend von der Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage aller Beschäftigter in Deutschland sind 14,6%, das sind 79,3 Millionen Tage, auf psychische und Verhaltensstörungen zurückzuführen (BMAS/BAuA, 2015: "Bericht Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014").Vielfach führen psychische Erkrankungen auch zu einer verminderten Erwerbstätigkeit aufgrund dessen im Jahr 2014 fast 73.000 Menschen erstmals Rente bezogen. 43% der genannten Rentenzugänge sind auf psychische Störungen zurückzuführen (Deutsche Rentenversicherung Bund, 2015: "Rentenversicherung in Zeitreihen 2014").

Um die psychischen Belastungen in der Arbeitswelt zu reduzieren, arbeiten die Unfallversicherungsträger und der staatliche Arbeitsschutz in Sachsen eng zusammen. Im März 2015 haben der Landesdirektor Dr. Alwin Dietmair sowie Michael Niedernhuber von der Gemeinsamen Landesbezogenen Stelle der Unfallversicherungsträger für Sachsen und Prof. Jörg Tannenhauer vom SMWA die Umsetzungsvereinbarung für das Arbeitsprogramm unterzeichnet.

Unterzeichnung der Umsetzungsvereinbarung

Unterzeichnung der Umsetzungsvereinbarung durch Dr. Alwin Dietmair (links), Michael Niedernhuber (rechts) und Prof. Jörg Tannenhauer
(© SMWA)

Im Frühjahr 2015 wurden ausgewählte Aufsichtspersonen der Landesdirektion und der Unfallversicherungsträger in der Umsetzung des Programms geschult. Seit Mai 2015 kontrollieren und beraten Fachleute der staatlichen Arbeitsschutzbehörde und der Unfallversicherungsträger Betriebe im Rahmen dieses Programms, um auf die Verringerung arbeitsbedingter psychischer Belastungen hinzuwirken. Dabei überprüft die Abteilung Arbeitsschutz der Landesdirektion Sachsen in ausgewählten Branchen, ob die psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz erhoben und bzgl. ihres Risikos für die Beschäftigten beurteilt worden sind.

Illustration: Gefährdungsbeurteilung © Birte Cordes/GDA Psyche

(© Illustration: Birte Cordes/GDA Psyche - "Gefährdungsbeurteilung")

Die Überprüfung und Beratung finden schwerpunktartig für einzelne Berufsgruppen in den folgenden Branchen statt: Call Center, Krankenhäuser und Heime, stationäre Einrichtungen zur psychosozialen Betreuung, Pflegeheime, Behindertenwohnheime, soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter sowie Tagesbetreuung von Kindern.

Aktuelle Daten zum Stand der Umsetzung in Sachsen und Ergebnisse der Betriebsbesichtigungen enthält die Präsentation "Arbeitsprogramm GDA Psyche - Sachsen".

Mehr Informationen zum Arbeitsprogramm und Handlungsanleitungen für die Praxis sind auf dem GDA-Portal Psyche zu finden.